vom 23.Dezember 2017 17:32 Uhr

Landrat Rolf Christiansen besuchte kurz vor Weihnachten die Rettungswache der Stadt

 
Von links: Rolf Christiansen, die Azubis Rado Wollensak und Michelle Purwin, Notfallsanitäter Torsten Lenz, Notarzt E. Kurt, Pascal Winkler (SPD), Thomas Schwarz (SPD), Günter Kremer (Betriebsleiter Rettungsdienst LUP), Thomas Güther-Knauf (Teamleiter) und Christoph Richter (DRK-Geschäftsführer LUP).

Von links: Rolf Christiansen, die Azubis Rado Wollensak und Michelle Purwin, Notfallsanitäter Torsten Lenz, Notarzt E. Kurt, Pascal Winkler (SPD), Thomas Schwarz (SPD), Günter Kremer (Betriebsleiter Rettungsdienst LUP), Thomas Güther-Knauf (Teamleiter) und Christoph Richter (DRK-Geschäftsführer LUP).

 

Etwa 1200 Rettungseinsätze leisteten die 13 Mitarbeiter und sieben Azubis der Rettungswache Sternberg im Jahr 2017, vom Standort in Brüel waren es noch einmal rund 850. In Brüel sind auch die fest beim DRK angestellten Notärzte für die Region angesiedelt. Am Freitag erhielten die Lebensretter in Sternberg Besuch von Rolf Christiansen, Landrat von Ludwigslust-Parchim (LUP), der von seinen SPD-Genossen Pascal Winkler, dem Kreisverbandsvorsitzenden und dem Landtagsabgeordneten Thomas Schwarz begleitet wurde. Rolf Christiansen dankte mit diesem Besuch kurz vor dem Weihnachtsfest dem Sternberger Rettungs-Team für seine wertvolle Arbeit. „Sonst mache ich das immer an Heiligabend, diesmal zwei Tage früher. Ich möchte mich so bei den Leuten bedanken, die auch an Feiertagen wie Weihnachten ihren Dienst tun. Also besuche ich abwechselnd Mitarbeiter auf den Rettungswachen, in Pflegeheimen oder bei der Feuerwehr. In Sternberg war ich schon lange nicht mehr, deshalb bin ich hier“, sagte er der SVZ.

Christoph Richter, Geschäftsführer des DRK im Landkreis, das die Rettungswachen betreibt, nutzte zusammen mit dem Sternberger Teamleiter Thomas Güther-Knauf die Gelegenheit, von der Arbeit der Rettungssanitäter und -Ärzte zu berichten. „Etwa 80 Prozent der Einsätze, zu denen wir gerufen werden, stellen sich als nicht lebensbedrohliche Situationen heraus“, informierte er. „Wir bekommen zu spüren, dass sich die Hausärztesituation auf dem Land massiv verschlechtert hat und die Wartezeiten bei den Spezialisten immer länger werden.“ Die Menschen würden den Rettungsdienst genauso wie die Notaufnahmen in den Krankenhäusern nutzen, um lange Wartezeiten zu umgehen. „Wenn wir fragen: ,Warum sind Sie denn nicht heute morgen zum Arzt gegangen, wenn sie die Schmerzen schon drei Tage haben?’, bekommen wir oft als Antwort: ,Weil ich nicht so lange warten wollte.’ Hinzu käme, dass gleichzeitig das Alter der Menschen und ihre Ansprüche gestiegen seien.

„Fliege im Ohr“, antwortete Notfallsanitäter Torsten Lenz lakonisch auf die Frage der SVZ, was denn der absurdeste Einsatz für ihn 2017 gewesen sei. „Die Fliege war tatsächlich im Ohr. Aber das ist doch keine lebensbedrohliche Situation!“

 

„Wir bekommen auf diese Weise auch zu spüren, dass sich die sozialen Strukturen verändert haben“, fügt Christoph Richter an. „Früher hätte ein Familienmitglied oder ein Kumpel nach der Fliege gesehen. Heute wird die 112 angerufen.“ Leider könne die Leitstelle vorher nicht wissen, bei welchem Anruf es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt und bei welchem nicht.

– Quelle: SVZ, Katja Frick vom 23.Dez.2017